Öl und Gas in Industrie

Die Geschichte des Erdöls ist eine sehr lange. Schon vor 12'000 Jahren kam es im Orient zum Einsatz, damals noch als Bindemittel, das vor allem für Schiffe zum Abdichten der Holzbauten diente. Die Alten Römer wiederum erkannten den Schmiereffekt, den Öl hat und benutzen es damit die Räder ihrer Wagen besser liefen. Den Hauptnutzen, wie man ihn unter Konsumenten am  häufigsten kennt, ist die Verwendung als Heizöl und – durch Raffinieren verfeinert – als Treibstoff für Autos. Weil nunmehr Milliarden Fahrzeuge unterwegs sind, steigt der Bedarf an Rohöl ins schier unermessliche. Längst reichen die eigene Ölvorkommnisse selbst in einem Land wie die USA nicht mehr aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Besonders aus dem Nahen Osten werden denn auch große Pipelines gelegt und der Handel mit Öl hat sich zum wohl umsatzstärksten Zweig der Weltwirtschaft entwickelt. An der Börse wird das Öl schon seit der Gründung der Welthandelsmärkte feil geboten und verfolgt man die Preisentwicklung von Öl, fällt auf, dass dieser ein wichtiger Indikator für die restlichen Werte einer Börse darstellt, auch wenn diese nicht mit Öl handeln. Die Verbindung liegt darin, dass wenn die Nachfrage nach Öl sinkt, dies meistens finanzielle Hintergründe hat: Die Leute sparen. Und wo bei Öl gespart wird, haben es auch alle andere Wirtschaftszweige schwer. Steigt der Preis dagegen, muss das nicht zwangsläufig ein Aufschwung der Wirtschaft bedeuten. Dadurch dass die Kosten für die Produktion, vom Energie- und Produktionsträger Öl abhängt,  können zu hohe Öl Preise auch als Vorboten für eine Rezession betrachtet werden.

Oelplattform

Öl hat aber auch einige Leute sehr reich gemacht. Im Vergleich zu den Ölvorkommnissen zum Beispiel in den Emiraten, oder Sadi Arabien, erscheinen die Ölreserven der USA als regelrechte Pfütze. Wie die Ölscheichs in der Vergangenheit Geld verdient und mit beiden Händen wieder ausgegeben haben, entbehrt jeden Vergleiches. Die Öl Industrie ist allerdings die einzige Industrie in diesen Ländern, so dass die Befürchtung gehegt werden muss, die Weltwirtschaft kippe nicht, weil uns das Öl ausgeht, sondern nur die Öl Industrie ist gefährdet, weil alternative Energiequellen das Rohöl ersetzen werden. Dieses kam zuletzt stark unter Druck, weil dessen Verbrennung viele Schadstoffe freisetzt. Bis es soweit ist, werden wohl noch einige Jahrzehnte verstreichen, denn der goldene Esel – oder in diesem Fall der schwarze Esel – soll möglichst lange gemolken werden, dafür wird auch die Politik sorgen, wenn sie sich für den kurzfristigen Ertrag entscheidet und nicht für eine nachhaltige Umweltpolitik.

Öl Industrie und die Weltwirtschaft hängen eng zusammen und beide an einem seidenen Faden. Geht die Nachfrage für Öl in Zukunft weiter zurück, werden sich die Weltmärkte auf neue Umsätze stützen müssen.